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Fuji san (Mt. Fuji Besteigung) 2018

Published on September 13, 2018 by in Trail-Run

Die Japaner beschreiben den Mt. Fuji als einen scheuen Berg. An nur 80 Tagen im Jahr ist der 3778 Meter hohe Berg wolkenfrei und kann dann aus der Ferne bestaunt werden. Seine heutige, dichte Wolkendecke ist ein Ausläufer des grossen Taifuns Jebi, welchen wir zwei Tage später in Kyoto mit all seiner Kraft erleben werden. Das Abenteuer wage ich gemeinsam mit Florian S., nachdem wir am Meiji-Schrein in Tokyo um mildes Wetter gebeten haben: Münze in den Spendentopf werfen, 2x tief verbeugen, 2x klatschen und 1x tief verbeugen.

Am Fusse des Mt. Fuji – in Gotmeba, regnet es leicht, aber die Temperaturen sind im September weiterhin angenehm über 20 Grad. Wir steigen hier zwar in den richtigen Bus ein, bemerken aber wegen der ausschliesslich japanischen Anzeigen und den beschlagenen Fenster nicht, wo wir hätten aussteigen sollen und fahren so viel zu weit – wieder den Berg hinunter. Der Fehler lässt sich auch mit Hilfe eines japanischen Ticketverkäufers bei der nächsten Station nicht mehr beheben. Der einzige Bus in die Gegenrichtung fährt erst viel später und der Taxistand ist leer. Wir müssen aber bald aufbrechen, um das Wetterfenster nicht zu verpassen und vor Schliessung der Tore beim Berghaus auf über 3700 m.ü.M. einzutreffen.

Also planen wir den Aufstieg neu: anstatt dem Gotemba-Trail entlang, gehen wir zuerst durch einen längeren Waldabschnitt bis zum Fujinomija Trail (6th Station) und dann den steileren Weg bis ganz oben. Kurz kommen Zweifel auf, da am Einstieg in den Wald ein Schild mit einem Bären und gefährlich aussehenden japanische Zeichen steht. Der Ticketverkäufer hat uns jedoch mit Handzeichen zu verstehen gegeben, dass wir in diesen Wald dürfen. Der Wald am Fuss des Mt. Fuji ist sehr dicht und hat eine zweifelhafte Berühmtheit als Suizidwald erlangt. Wir folgen den roten Markern und machen dank unserer Gehstöcken gut Höhe. Die angegebenen Zeiten auf dem Wegweisern können wir halbieren. Es ist tropisch feucht im Wald und wir schwitzen stark. Dazu kommt ein leichter Nieselregen, sodass wir innert kürzester Zeit tropfnass sind. Meine Brille ist so beschlagen, dass ich ohne deutlich mehr sehe und weniger stolpere.

Nach zwei Stunden kommen wir am kleinen Gasthaus (6th Station) an und stärken uns nochmals vor dem steilen Aufstieg mit einigen Riegeln und einer Schale Grüntee. Die Hüttenwirtin kehrt nach dem Servieren gleich wieder zum kleinen Kohlefeuer zurück, um das Brandeisen zu erhitzen. Es ist ein hier üblicher Brauch einen Wanderstab mitzunehmen und sich bei jeder Station im Aufstieg als Bestätigung ein Brandsiegel abzuholen. Mit vollen Wasserflaschen brechen wir zum Gipfel auf. Wasser und Toiletten werden auf diesem Lavahügel zu einem kostbaren Gut. Die Trinkwasserversorgung für die Bergsteiger ist gut organisiert, die Preise steigen mit zunehmender Höhe jedoch markant. Auf dem Gipfel kosten 5dl Wasser rund 5.- CHF. Freies Pinkeln ist am heiligen Berg verboten, aber in jeder Hütte steht gegen ein kleines Entgelt ein Klo für die Bergsteiger bereit.  

Vor uns sehen wir eine Gruppe gut ausgerüsteter Japaner, welche langsam die ersten Schritte über das Lavagestein nach oben wagen. In sportlicher Manier überholen wir sie bald mit einem freundlichen «Konishiwa» (japanisch für «Guten Tag»). Der Untergrund wechselt oft, von grossen, scharfkantigen Lavabrocken, über kleines Geröll bis hin zu ascheartigem Sand. Die Stöcke sind beim steilen Aufstieg eine grosse Unterstützung.

Ohne Bäume sind wir am Vulkankegel plötzlich Wind und Wetter ausgesetzt. Zuerst freuten wir uns der feuchten Hitze des Waldes entkommen zu sein, doch nun bläst ein kalter Wind. Genau in dieser Situation kann unsere Funktionssportwäsche glänzen. Meine X-Bionic Kleidung hat zuerst gekühlt und wirkt jetzt dank ihrer Isolation wärmend. Da es nicht in Strömen regnet,  genügt darüber eine atmungsaktive Regenhaut, um genügend Körperwärme zu konservieren.

Wir sind leicht und schnell unterwegs und machen wenige Pausen im Schutz von Felsen. Die Ausrüstung der anderen Bergsteiger variiert stark: einige tragen einen riesigen Rucksack und einen Overall, der für eine Everest-Besteigung gereicht hätte, andere sind sehr einfach ausgerüstet mit leichten Trekkingschuhen und Plastiksäcken als Fäustlinge.

Wir entdecken nur sehr wenige Ausländer. Weit über 90% der Berggeher sind Japaner, welche die schneefreie Zeit im Herbst nutzen, um den heiligen Berg zu besteigen. Bei jedem Schrein, gehen die Japaner kurz in sich, klatschen, murmeln ein Gebet und verbeugen sich dabei mehrfach. Verlaufen kann man sich nicht, es geht stets einen gut markierten Pfad nach oben. An kritischen Stellen wurden lange, weisse Seile im Boden zur Orientierung und als Haltevorrichtung verankert.

Nach 3200 m.ü.M. werden die Schritte im Aufstieg kleiner und jede kurze Pause ist willkommen. Bald kann man wählen zwischen einem freundlichen «Konishiwa» oder weiteren zwei Schritten nach oben – beides verbraucht in etwa gleich viel Energie. Einige Japaner haben sogar Sauerstoff in Sprühdosen dabei und gönnen sich alle paar Minuten eine Prise Meeresluft.

Im weiteren Aufstieg ziehen dichte Wolken auf. Die Temperatur sinkt auf 3 Grad und der kalte Nebel setzt uns zusätzlich zu. 500 m unterhalb des Gipfels suchen wir hinter dem Türbogen einer kleinen Hütte Schutz. Einige Minuten Pause und einen Energieriegel später sind wir erneut auf dem steilen Weg nach oben. Es sind nur noch wenige andere Wanderer um uns. Die GPS-Uhr bestätigt uns, dass wir schon bald den Schrein am Krater sehen sollten. Tatsächlich können wir mit klammen Fingern einige Minuten später, nach rund vier Stunden und 30 Minuten Aufstieg, das langersehnte Gipfelfoto auf 3770 m.ü.M. knipsen.

Nach einem kurzen Besuch bei den Mönchen im Schrein, klopfen wir bei unserer Berghütte an, welche sehr solide, ja fast bunkerartig gebaut ist. Es tut gut den Schutz vor der Witterung zu fühlen. Wir werden korrekt aber schroff empfangen und in gebrochenem Englisch werden uns die Hüttenregeln erklärt: nasse Jacken hier, Schuhe dort ins Fach, Essen um 5 p.m., Lichterlöschen um 6 p.m., Aufstehen um 4 a.m., Massenlager hinter einer Schiebetüre und das Klo ist hinten rechts.

Das Massenlager ist spartanisch angelegt: am Boden liegen lückenlos rosarote Matratzen eng beisammen, jeder bekommt eine Decke und ein Kopfkissen aus Kirschkernen. Einige Wanderer nutzen die Gelegenheit sich vor dem Nachtessen unter den Decken aufzuwärmen. Die Hütte hat keine Heizung und unsere Nasenspitzen bleiben die ganze Nacht über kalt. Der Weg zur Toilette führt über einen langen Gang, den man mit Plastikschlappen erreicht. Ein Poster an der Wand zeigt, wie aus den Exkrementen später Blumenerde entstehen kann und versucht so dem äussert starken Ammoniak-Gestank eine positive Note zu verleihen.

Wir wechseln in unsere letzten trockenen Kleider und setzen uns an den Tisch. Das Nachtessen ist lecker, klebriger Reis nach japanischer Art mit Curry und Miso-Suppe. Nach dem strengen Aufstieg hätten wir gut und gerne eine doppelte Portion vertragen, doch leider gibt es keinen Nachschlag. Punkt 6 p.m. wird das Licht nach einer kurzen Vorwarnung durch den Hüttenwirt gelöscht. Die Geräuschkulisse ändert sich sofort: Das Surren des Dieselgenerators draussen verstummt aber der heulende Wind und die peitschenden Regentropfen sind nun deutlich besser hörbar. Wir haben noch etwas Jetlag und können beim besten Willen nicht um 18 Uhr einschlafen. Da hilft auch der Gipfel-Sake nicht, welchen wir im Rucksack hochgetragen haben. Wegen der dünnen Luft haben wir zudem konstante, leichte Kopfschmerzen, die Fingerspitzen kribbeln und wir werden oft durch unsere eigenen tiefen Atemzüge geweckt. Mit dem Kirschkernkopfkissen kann ich mich, trotz anfänglicher Euphorie, nicht wirklich anfreunden. Wir schlafen schlecht und träumen von weichen Matratzen und Daunenkopfkissen.

Noch nie habe ich mich so sehr gefreut um 4 Uhr in der Früh aufstehen zu dürfen. Nach einer Katzenwäsche gibt es wieder Reis, diesmal mit fermentierten Fischstücken aus dem Alubeutel. Wir sind nicht zimperlich, da wir die Kalorien noch brauchen werden. Der penetrante  Fischgeschmack bleibt uns jedoch noch den ganzen Tag im Gaumen erhalten. Um 5 Uhr packen wir unseren Rucksack und bereiten uns zum Aufbruch vor. Nun tragen wir sämtliche Kleider nach dem guten alten Zwiebelprinzip und ziehen die Kapuze tief ins Gesicht. Vor unserer Hütte werden wir von 40 Japanern begrüsst, welche den Mount Fuji auf die klassische Weise in der Nacht mit dem Licht einer Stirnlampe bestiegen haben, um bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu stehen. Sie warten sehnlichst darauf, dass die Hütte nun endlich auch für sie geöffnet wird. Auf unserem Weg um den Krater reissen die Wolken kurzzeitig auf und wir sehen weit unten Lichter von Städten und erhaschen einige Strahlen der aufgehenden Sonne. Auch der gigantische Krater selber wird nun zum ersten Mal sichtbar.

Wir sind glücklich mit unseren Erlebnissen auf dem Mt. Fuji und beginnen den Abstieg. Obwohl die Wege gut beschriftet sind, erwischen wir erneut den falschen Pfad und bemerken dieses Malheur erst weit unterhalb des Kraters. Nochmals hoch zum Krater um die richtige Abzweigung zu suchen, ist in dieser dünnen Luft keine Option.  Es folgt eine lange, ausgesprochen sandige Partie, welche wir mit grossen Schritten schnell durchlaufen können. Es klart weiter auf und wir können nun zwischen den Wolkenschichten endlich grosse Teile des imposanten Berges sehen. Irgendwie sind wir froh, dass wir beim gestrigen Aufstieg nie den gewaltigen und einschüchternden Aufstieg auf einmal gesehen haben. Mit jedem abgestiegenen Höhenmeter scheint es spürbar wärmer zu werden und wir stopfen unsere Kleider Schicht um Schicht zurück in den Rucksack. Weiter geht es im Zick-Zack nach unten bis zur Waldgrenze, dann durch dichtes Buschwerk bis an die 5th Station des Subashiri-Trails, wo wir uns zur Feier des Tages eine Schweinefleisch-Misosuppe bestellen. Später fahren wir mit dem öffentlichen Bus nach Gotemba City zurück. Da viele Wanderer den Auf- und Abstieg in einer Nacht absolviert haben, scheint der Bus voller Zombies, welche bald einschlafen und in den Kurven fast von ihren Sitzen kippen. Ein schönes Abenteuer ist erfolgreich zu Ende gegangen. Gute Planung und solide Ausrüstung haben sich einmal mehr ausgezahlt.

 
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Eiger Ultra Trail – Eine steile Sache

Published on July 27, 2018 by in Must See!, Trail-Run

Jedes Jahr Mitte Juli pilgern TrailläuferInnen aus aller Welt nach Grindelwald, um die Herausforderung des Eiger-Ultra-Trails mit seinen hochalpinen steilen Berghängen anzunehmen. Innert nur sechs Austragungen ist der Lauf zu einem Fixpunkt im Trail-Jahr geworden. Die Startplätze sind sehr begehrt und in kürzester Zeit vergeben.

Die klassischen Distanzen von 101 km und 51 km sind zusätzlich noch mit tausenden von Höhenmetern gespickt. Jedoch reizen die Strecken vor allem wegen der gewaltigen Aussicht auf die wohl berühmteste Bergkulisse der Schweiz: Eiger, Mönch und Jungfrau.

Schon beim Abhohlen der Startnummer fällt auf, dass sich das Läuferfeld von anderen Trailläufen unterscheidet. Noch nie habe ich so viele durchtrainierte Beine gesehen. Nach dem Check der Pflichtausrüstung posieren die drahtigen LäuferInnen für das erste Erinnerungsfoto vor der Eigernordwand. Schon unglaublich, dass Ueli Steck diese Wand in etwas mehr als zwei Stunden hochgestiegen ist. Das Wetter ist dieses Jahr sehr gut, die hohen Gipfel sind jedoch alle mit dichten Wolken verhangen. Wie schnell das Bergwetter umschlagen kann, wird sich morgen im Verlauf des Rennens noch zeigen. Aber nun gilt es sich den Bauch mit Pasta vollzuschlagen und früh ins Bett zu gehen. In der letzten Nacht schläft man ja gewöhnlich wegen der Nervosität immer schlechter. Deshalb gilt die alte Läuferweisheit: Für den Schlaf und ein gutes Rennen ist vor allem die “Nacht vor der letzten Nacht” entscheidend.

Renntag: Nach einer Portion Porridge und Weissbrot mit Honig machen wir uns auf zum Startgelände. Die Beine fühlen sich angespannt an, die Muskeln zwicken hier und dort. Es ist nicht einfach das Tapering vor einem Lauf auszuhalten. Es kommen Zweifel auf, aber genau hier muss man einen kühlen Kopf behalten. Wenn das Training gestimmt hat, wird auch das Rennen klappen. Genau um 7:30h schickt uns der Startschuss auf den strengen Anstieg auf die Grosse Scheidegg. Bald werden die Carbon-Laufstöcke hervorgenommen, welche bei Anstiegen über 1000m wirklich vorteilhaft sind. Im Schutz des Wetterhorns zieht die Karawane der LäuferInnen hoch und höher. Ein leichter Regenschauer und ein bissiger Wind kühlen unsere Körper schnell ab. Die Windjacke wird übergezogen, ein Riegel gegessen und schon rennen wir weiter hoch in Richtung des Faulhorns. Die zurückgelegte Distanz ist noch nicht gross und wir wissen nicht genau, wie viel Energie wir sparen müssen. Wir preschen einfach los und merken dann beim steilen 600m Aufstieg weit über der Waldgrenze auf das Faulhorn, dass wir wohl etwas übertrieben haben. Die Luft wird immer dünner und der Brustkasten hebt sich deutlich mehr als üblich. Der Blick vom Faulhorn ist überwältigend. Auf der einen Seite der mächtige Eiger und auf der anderen der stahlblaue Brienzersee. Wie eine Modelllandschaft liegen die Dörfer des Berner Oberlandes unter uns.

Nun kommt ein langes Stück, welches man gut rennen kann. Der Schotter zwingt einen jedoch, jeden Schritt gut zu planen. Oft muss ich die Stöcke zur Balance einsetzen. Auch über die Schneefelder lässt es sich mit Stöcken besser “skifahren”. Die Sonne brennt zwischen den Quellwolken auf uns herunter. Um etwas Gewicht zu sparen habe ich meinen Trinkbidon bei der letzten Station nur zur Hälfte gefüllt  – was für ein Anfängerfehler! In der Schynigen Platte geht mit das Wasser aus. Eigentlich wäre es jetzt auch Zeit für ein energiespendendes Sport-Gel, jedoch sollte man diese mit Wasser einnehmen, um den Magen nicht übermässig zu strapazieren. Tapfer rennen wir die nächsten zwei Kilometer bis wir von einem nachsichtigen Streckenposten einen Kübel Wasser angeboten bekommen. Nach einem Liter Flüssigkeit klart sich mein Blick wieder und wir rennen weiter begab. Die Schläge auf den Oberschenkel werden zur Tortur. Das Bergabrennen wird immer unterschätzt, es zehrt an den Reserven deutlich mehr als Bergauflaufen. Noch ein giftiger Gegenanstieg im Hang und wir können die letzten Kilometer nach Burglauen im Tal in Angriff nehmen. Einer Mitläuferin mit heftigen Muskelkrämpfen offerieren wir unsere letzten Salztabletten und sprechen ihr Mut zu.

Unten im Tal trennen sich die Wege des E51 und des E101. Die längere Strecke zieht auf der anderen Seite des Tales wieder in die Höhe und führt über den Männlichen nach Grindelwald. Ein “Umweg” der gerne mal neun Stunden zusätzlich dauert. Wir bleiben im Tal und beschleunigen nochmals auf dem Grindelwald und träumen schon vom Zieleinlauf. Es beginnt zu regnen und dunkle Wolken ziehen auf. Erste Blitze und Donner sind in der Ferne zu hören. Im Ziel bekommen wir die lang ersehnte Medaille – ein echtes Unikat aus Hochgebirgskalk. Der Stein vom Eiger am Bändel wird stolz getragen, als sei es ein Diamant.

Wir schauen auf die Berggipfel und sehen, dass es zu blitzen beginnt. Das Wetter schlägt plötzlich um und viele LäuferInnen müssen hoch in den Alpen Schutz suchen. Der Lauf wird für zweieinhalb Stunden unterbrochen und die LäuferInnen des  101 Km langen Ultras werden auf einer leicht abgekürzten Strecke ins Tal geleitet. Nach Sonnenuntergang beleuchten die Stirnlampen den Weg und sehen von weitem aus wie eine Ameisenstrasse aus Glühwürmchen. Hoffentlich sind sie bald im Ziel.

Den OrganisatorInnen muss ein grosses Lob für die perfekte Organisation und die richtigen Entscheidungen ausgesprochen werden. Mein Dank gilt auch meinen Mitläufern: Tom, Rolf, Manfred, Andreas und Patrick.

 
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Baikalsee-Marathon in Sibirien

Published on April 11, 2017 by in Uncategorized

prv_536x357_dsc01287_170321084813d8qDank der optimalen Trainingsbedingungen im vergangenen Winter haben wir, die Schweizer Freizeitathleten Dominik Högger und Daniel Eberli, die 42.2 Km über den zugefrorenen Baikalsee in Sibiren gut gemeistert. Seit seiner ersten Ausführung vor 13 Jahren haben erst 9 Schweizer der Kälte getrotzt und die Herausforderung angenommen. Zur benötigten Spezialausrüstung gehörten Laufschuhe mit Spikes, mehrere Lagen isolierender Kleider und ein Gesichtsschutz. Die Strapazen haben sich ausgezahlt.

Das Abenteuer hat jedoch bereits Monate vor dem Abflug nach Sibirien begonnen. Wegen der Extrembedingungen in Sibirien prüft der Organisator alle Läufer genau. Neben einem ärztlichen Attest muss auch ein “Läufer-Lebenslauf” eingereicht werden, erst dann kann die eigentliche Anmeldung und der Visa-Antrag für Russland erfolgen. Nachdem wir die Berichte früherer Austragungen und die zu erwartenden Wetterbedingungen studiert hatten, stellten wir die Ausrüstung zusammen und planten ein hartes Marathontraining über die Wintermonate. Wir absolvierten viele Trainingsläufe mit Freunden der Laufgruppe im Schnee und auf blankem Eis. Der zugefrorenen Silsee und die Skateline im Abulatal ermöglichten es, das Rennen mit den Eis-Spikes über mehrere Kilometer zu üben.
Die eigentliche Flugreise in die auf Permafrost-Boden gebaute Stadt Irkutsk war schnell geplant und die Aeroflot hat uns Anfang März über Moskau hingebracht.
Das Leben ist wirklich hart in Sibiren. Das rauhe Wetter zwingt dazu, dass sich praktisch alles drinnen abspielt. Gemüse ist rar und muss von weit her geliefert werden. Die Strassen sind leer und auch die Läden sehen wegen der Verbarrikadierungen und dem Wetterschutz geschlossen aus. Mit dem Bus fahren wir für zwei Stunden über schneebedeckte Strassen zum Baikal See. Da die Busfenster im Nu mit Eisrosen verziert sind, merken wir anfänglich gar nicht, dass wir schon am mächtigsten See der Welt angekommen sind. Beim Aussteigen kriecht die Kälte in jede Ritze und wir schliessen alle Reißverschlüsse. Es schneit stark und die Konturen dunterwegser verschneiten Seeoberfläche und der Wolken sind fliessend. Grelles Weiss soweit das Auge reicht. Um auf die schneebedeckte Eisfläche zu gelangen, müssen wir zuerst eine “gefrorene Welle” überklettern, welche die dicke Eisschicht millimeterweise gegen das Ufer gedrückt hat. Es ist ein Glücksgefühl, mit beiden Beinen endlich auf dem See zu stehen. Wir sind angekommen.
Das Briefing am Abend vor dem Lauf ist kurz und knapp: Das Eis ist auf den gesamten 42 Kilometern dick und hat zwei grosse Risse, die wir dank Holzplanken überwinden können. Geschichten kursieren, dass letztes Jahr ein Läufer in einen Spalt gefallen sei und den Marathon abbrechen musste. Auch von Erfrierungen an Wangen und Nase wird berichtet, aber die Wettervorhersagen für morgen sind mit -10C eher mild. Noch haben wir die Sonne nicht gesehen, doch morgen sollen sich im Laufe des Tages die Wolken verziehen. Sorgfältig legen wir noch am Vorabend Kleider, Sturmhaube, Schuhe und Brillen bereit und füllen die Kohlehydrat-speicher mit einem Nudelgericht.

Am nächsten Morgen werden wir mit Hoovercafts und Kleinbussen zur Startlinie gefahren. Es ist schon ein seltsames Bild, all die bunt vermummten Läuferinnen und Läufer aus aller Herren Länder zu sehen. Es sind viele Russen und Asiaten im Teilnehmerfeld. In einem Zelt versuchenwir uns hüpfenderweise warm zu halten, bis es dann um 10 30h endlich losgeht. Aus einem Handmegaphon wird auf Russisch bis drei gezählt und die Sportler rennen aufs offene Eis. Der Weg ist mit roten Fähnchen gut markiert und die Organisatoren haben mit einem kleinen Pistenfahrzeug den Schnee platt gedrückt. Da die Muskeln anfänglich noch sehr kalt sind, kommt es an ungewohnten Stellen zu Verspannungen. Nach einem anfänglichen Spurt merken wir schnell, dass wir das Tempo drosseln müssen und versuchen uns an die GPS Uhr zu halten. Die Spezialschuhe mit Spikes (Salomon Snowcross) greifen toll und wir kommen gut voran.
30kmNatürlich wäre es entspannter, mit einem T-shirt und Shorts an einem warmen Ort auf dieser Welt einen Marathon zu bestreiten. Doch genau weil wir die Strapazen auf uns nehmen, öffnet sich dieser bizarre Ort für uns und wir dürfen Sibirien sehen und erleben. Der Blick in die endlose Eis- und Schneewüste ist atemberaubend und gibt uns immer wieder Kraft, die Tiefs auf den nächsten 42 km wegzustecken. Beim Start ist das andere Ufer mit den hohen Bergen noch nicht zu erkennen. Erst nach 15 km können wir bestätigen, dass der See wirklich rundum von hohen Bergen umsäumt ist.
Eine Navigation oder das Einschätzen von Distanzen ist in dieser grellen, konturenlosen Umgebung unmöglich. Auch die Geräuschkulisse ist einzigartig: Zweimal rumpelt die Transsibirische Eisenbahn am Ufer vorbei, ansonsten ist es still. Wir hören nur Schnee unter unseren Schuhen knirschen und das harte Kratzen der Spikes auf dem Eis. Ab und zu fahren, von einer schwarzen Dieselwolke begleitet, Schnee-Motorräder und Hoovercrafts an uns vorbei und stellen sicher, dass wir keine medizinischen Probleme haben. Die Verpflegungsposten alle sieben Kilometer bieten Tee, Wasser, getrocknete Früchte, russische Schokolade und Käsewürfel. Wir sind froh, dass wir unsere Sportgels dabei haben. Damit sie nicht einfrieren, halten wir sie in einer Tasche unter der Isolationsschicht warm.
Für die Halbmarathonstrecke ist genau in der Mitte des Sees das Ziel. Die Läufer werden da empfangen und mittels Hoovercraft zum Hotel gebracht. Wir sind froh, dass wir für den Marathon trainiert haben, so haben wir doppelt so lange Spass. Wie immer wird es ab km 30 zäh, doch dann kommt das Ziel im kleinen Fischerdorf Listwjanka in Sichtweite. Wegen der guten Sicht wird man getäuscht. Man meint, gleich im Ziel zu sein. Wieder verlassen wir uns auf die GPS Uhren und warten geduldig mit dem Schlusssprint.
Auf der gesamten Strecke sind natürlich keine Zuschauer, aber im Ziel wird kräftig geklatscht. Mit erhoben Händen rennen wir zeitgleich nach 4 Studen 25 Minuten über die Ziellinie und lassen uns danach gleich in den frischen Schnee fallen. Euphorisch und um ein grosses Abenteuer reicher, gehen wir mit kleinen Schritten zum Hotel, um nicht auszukühlen.
zielDen Organisatoren gehört ein grosses Lob. Sie haben den Marathon in dieser harschen Umgebung perfekt durchgeführt. Einziger Wermutstropfen ist, dass die Finischermedallien “verloren” gegangen sind. Das Finisher T-shirt werden wir umso lieber tragen.
Auch heute, während ich diese Zeilen schreibe, kann ich einfach die Augen schliessen und die Eiswüste des Baikalsees sehen und spüren. Die Bilder aus dem kalten Sibirien sind wohl auf ewig in unseren Köpfen und Herzen gespeichert.

 

 
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Trailrunning: Vom Vesuv nach Pompeji

vesuvUm die Geschichte um Pompeji tiefer zu erleben habe ich eine Trailrunning-route geplant, welche vom Krater des Mt. Vesuvio direkt nach Pompeji führt. Den gleichen Weg hat auch der pyroklastischer Strom 79 nach Christus genommen. Diese bis zu 700 °C heisse Wolke  ist mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h nach Pompeii gedonnert und hat alles Leben auf ihrem Weg ausgelöscht.

Mächtig thront der Vesuv über der Stadt Napoli. Mit einem Sammeltaxi fahre ich von Herculaneum am Meer zum Pakplatz im Vesuv Nationalpark hinauf. Die Aussicht ist grandios und gibt einen schönen Überblick über diesen sehr dicht bewohnten Küstenabschnitt. Auf den letzten Metern fahren wir einem grossen Lavafeld eintlang welches noch aus der Zeit um 1950 stammt. Auf tiefschwarzen Sandwegen geht es bis zum KrateDaniVesuvrrand mit seinen zerklüfteten Felsformationen. Aus dem hundert Meter tiefen Krater steigt bissiger Rauch auf. Vorbei an den Kisoken gelange ich auf den Wanderweg welcher mich in Richtung Süden wieder auf Meereshöhe bringen soll. Nur dank engen Haarnadelkurven ist es möglich diese steile Flanke vom Kraters Vesuvs nach Pompeii zu laufen. Während der Weg im obersten Teil nur von kleinen Büschen flankiert ist, folgt er einem dichten Nadelwald und Endet an der Stadtgrenze von Pompeii. Die Ebene ist sehr fruchtbar und die Orangenbäume biegen sich unter der Last der reifen Orangen.

 

Dieser Trail lässt sich gut mit der Bahn (circumvesuviana) und Kleinbus organiseren. Ob die Wanderwege geöffnet sind, erfragt man am besten beim Ticket-Verkauf am Eingang des Parks.

 
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Wracktauchen in Kroatien: Die Baron Gautsch

gautsch2Vor etwas mehr als 100 Jahren ist die „Baron Gautsch“ während des ersten Weltkrieges von Süden her Richtung Triest (Österreichischer Hafen) unterwegs. Dieses stolze und moderne Linienschiff nutzte bereits einen Dieselmotor mit Öl statt der üblichen Kohle. Wegen der minenverseuchten Gewässer ist sie einem weiteren Schiff gefolgt, welches auch eine österreichische Flagge gesetzt hatte. Ein heimtückischer und tödlicher Fehler, wie sich bald heraus stellen sollte. Die „Baron Gautsch“ war von der österreichischen Marine in Tarnfarben umgemalt worden und musste danach Material und Personentransporte durchführen. Wer zur Mittagszeit beim Umfall am Ruder war, ist nicht klar. Das vordere Schiff hat noch mit allen mittel versucht zu signalisieren, dass es ihm nicht  folgen soll, denn es war ein Mienenlegerboot der österreichischen Flotte. Wenige Minuten später riss eine Seemine ein  grosses Loch in den Bug der „Baron Gautsch“ und das Schiff sank innert wenigen Minuten. Die Passagiere hatten wenig Überlebenschance, da die aufgewühlte See das ausgelaufene Öl zu einer tödlichen, klebrigen Masse vermischte. 

Das Wrack steht aufrecht auf 40m Tiefe und wird von den hiesigen Tauchschulen als Ausflug angeboten. Der Abstieg erfolgt entlang einer 30 m Leine zum Bug des Wracks. Bereits die imposante Ankerwisch ist korrallenbewachsen. Der Einstieg ins Wrack gelingt einfach über die Fensteröffnungen der Brücke des Kapitäns. Danach taucht man weiter zum Deck der ersten Klasse und folgt dem langen seitlichen Gang bis zum Heck. Auf der Seite ist die Reling noch gut erhalten, welche den Passagieren den Blick auf das offene Meer geboten hat. Die Bodendielen sind nach 100 Jahren praktisch weggefressen und geben den Blick auf die unteren Etagen frei. Mit einer Taschenlampe entdeckt man viele verschiedene Fischarten in den Ritzen und Korallen. Unglaublich wie dieses künstliche Riff lebt. Wegen der Tiefe sind jedoch die Farben nur im Schein der Lampe zu erkennen. Auch der Tauchcomputer warnt bereits, dass wir nur noch wenige Minuten auf dieser Tiefe bleiben dürfen um, keinen Dekompressions-Tauchgang zu riskieren. Auf dem Rückweg tauchen wir beim Motorraum vorbei und entdecken seltsam grosse Kessel (Öltank?). Das Wrack verlassen wir wieder über die Frontfenster der Brücke und beginnen den langsamen Aufstieg. Nach 2 Sicherheitsstopps erreichen wir glücklich, und eine schönes Abendeuer reicher, die Oberfläche.

 
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Aletsch-Halbmarathon

ahmUm einen guten Lauf zu erleben, muss einfach vieles stimmen: Regelmässiges Training, keine Verletzung, mentale Vorbereitung und viele Kolenhydrate. Beim Aletsch Halbmarathon muss auch das Wetter noch stimmen. Dieser Gebirgslauf startet auf 1950 m (Bettmeralp) und geht über 21km und 1000 Höhenmeter aufs Bettmerhorn, welches oft noch schneebedeckt ist. In den letzten 5 Jahren konnte wegen schlechtem Wetter/Schnee der Lauf schon zweimal nur in verkürzter Form auf der Alp ausgetragen werden.

Auch dieses Jahr waren die Wettergötter nicht gnädig und haben den Berg mit schweren Wolken verhangen. Wegen des dichten Nebels musste man sich auf die anderen Sinne verlassen, um nicht den Knöchel zu verstauchen oder vom Weg abzukommen. Auch die Murmeltiere konnten das Trampeln der Läufer nicht richtig einordnen und sendeten konstant Warnpfiffe aus.  

ABER, wenn die Sonne scheint, wird dieser Lauf zu Recht der schönste Lauf der Schweiz genannt. Die letzten Kilometer entlang des Aletschgletschers sind ein gewaltiges Naturerlebnis und der strenge Aufstieg aufs Bettmerhorn mit sauren Beinen hinterlässt noch tagelang ein Andenken. Gemeinsam mit anderen Läufern auf der Sonnenterasse unterhalb der Bergstation zu sitzen und ein wohlverdientes Birchermuesli zu geniessen, gehört zu meinen schönsten Lauferinnerungen.

 
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PSA-Test, doch besser als sein Ruf

Viele bösartige Tumore wachsen schleichend und werden erst entdeckt wenn der Patient ernsthafte Symptome hat. Oft ist es dann bereits zu spät dem Patienten eine Heilung zu ermöglichen. Leider gibt es für die meisten Tumore keine guten Marker im Blut welche eine Früherkennung ermöglichen würden. Eine Ausnahme ist das PSA (Prostata Spezifisches Antigen) welches beim Prostatakrebs genutzt werden kann. Dieses Enzym, welches als natürliche Aufgabe das Ejakulat flüssig macht, wird bei verschiedenen Erkrankungen der Prostata vermehrt ins Blut ausgeschwemmt. Ist der Wert erhöht, liegt mit grösserer Wahrscheinlichkeit ein Prostatakrebs vor. Dank dem Fortschritt der Therapie und der Früherkennung konnte die Prostatakrebs-Sterblichkeit deutlich gesenkt werden. Die Gefahr besteht jedoch, dass zu viele wenig-aggressive Tumore aktiv behandelt werden und die Patienten so unnötig Nebenwirkungen der Therapie erleiden. Aus diesem Grund und wegen einer Studie aus den USA zum PSA Screening (PCLO) kam dieser Bluttest in Verruf. Bei der PCLO-Studie wurden Patienten in 2 Gruppen eingeteilt. Während Patienten aus der ersten Gruppe regelmässig einen PSA Test erhielten, wurden Patienten aus der zweiten Gruppe nicht getestet. Diese Studie wurde in einem sehr renommierten medizinischen Fachjournal publiziert und zeigte seltsamerweise keinen Vorteil für das Screening.
Schon früh wurde unter Spezialisten diskutiert, wie es möglich sein kann, dass die Sterblichkeit an Prostatatumore allgemein gesenkt werden kann, aber Patienten in dieser grossen Studie nicht von der PSA-Früherkennung profitierten. Nun wurde 2016 die Lösung gefunden: In den USA sind PSA-Tests beim Arztbesuch sehr häufig. Und so erhielten 85% der Patienten welche eigentlich keinen Test haben durften (Blaue Gruppe im Bild) eine Prostatakrebsvoruntersuchung mittels PSA-Test. Dadurch sind die beiden Gruppen natürlich nicht mehr unterschiedlich und es erstaunt nicht, dass kein Vorteil gezeigt werden konnte.

FullSizeRenderDie sauber durchgeführte Europäische Studie (ERSPC) zum PSA Screening wird in regelmässigen Abständen vorgestellt und zeigt einen deutlichen Vorteil für die Gruppe mit dem PSA-Test, welcher über die Jahre immer grösser wird. Faktoren welche auch mitberücksichtigt werden müssen sind die Entstehung von Metastasen (Knochenschmerzen) und die Notwendigkeit einer antihormonellen Therapie im Alter, welche die Lebensqualität später deutlich einschränken können. Die Sache bleibt komplex, da in den Screening-Studien Übertherapie und entstandene Nebenwirkungen nicht beleuchtet werden.
Die Richtlinien der schweizerischen Gesellschaft für Urologie empfehlen deshalb korrekterweise, dass der der mögliche Nutzen und Schaden dieser Früherkennung mit dem Patienten vor der Blutabnahme diskutiert wird. Ein Test mit 50 Jahren erlaubt zusätzlich die Patienten in generelle Risikogruppen einzuteilen und so dem Patienten massgeschneiderte Vorsorgeempfehlungen zu machen (z.b. PSA alle 3 Jahre).
Langsam schwingt das Pendel zurück und der PSA-Test wird bald wieder für ALLE zu einem wichtigen Teil der Früherkennung des häufigsten Tumors des Mannes.

 
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Trailrunning am Vulkan (Mount St. Helens)

msh11980 ist der Vulkan Mount St. Helens, Washington State USA,  vor den Augen der Weltöffentlichkeit explodiert. Nach einigen Vorbeben hat sich das Magma unter der Oberfläche gesammelt und die nördliche Hälfte des Berges ist wie ein Kuchen aufgegangen. Nachdem alle Besucher vom bekannten Ausflugsziel, dem Spirit Lake, evakuiert worden sind,  ist er mit der Wucht von mehreren Atombomben explodiert und eine unglaubliche Zerstörung hinterlassen. Der Lavastrom und die glühende Asche hat alles Zerstört was im Weg stand. Übrig geblieben ist eine mond-ähnliche Landschaft. Viele Wissenschaftler dachten, dass Jahrhunderte nötig wären um ein Rückkehr der Natur in diese toxische Umgebung zu ermöglichen. Doch bereits nach einigen Jahren kam langsam wieder Leben in die „Blast Zone“ zurück und heute schwimmen bereits wieder Fische in den Seen.quake

Eine Woche vor unserem Besuch berichtete die Geologische Gesellschaft in den USA, dass in den letzten Tagen über 150 kleine Erdbeben registriert worden sind. Die Experten werten die seismische Aktivität jedoch als ein seitliches Rutschen der tektonischen Platten und nicht als Vorzeichen eines Ausbruchs. Ich hoffe sie haben Recht.

msh4Mit dem Auto kann der Nationalpark von Seattle leicht erreicht werden. Die wohl bekannteste Trailrunning Route führt um den gesamten Berg herum. Mit 50 km ist dies in einem Tag zu schaffen. Der Aufstieg zum Johnston Ridge war wunderschön. Die Strecke führt durch junge Wälder auf die Anhöhe wo die Explosion maximal wirken konnte. Hier sind nur noch die abgerissenen Baumstämme sichtbar. Auf der Anhöhe kann man auch gut in den Krater hineinsehen. Dort formt sich der Berg gerade eine neue Spitze aus ausgekühltem Magma, welche jedes Jahr höher wird. 

 
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Knochengesundheit beim Prostatatumor

Published on May 10, 2016 by in Urologie

knochen
LINK: Knochenabbau bei der Hormontherapie
Hat der Prostatakrebs bereits Ableger im Knochen und den Lymphknoten gemacht, muss eine Therapie gewählt werden, welche im gesamten Körper wirkt. Häufig wird hier bei hohen PSA-Werten oder Symptomen (Knochenschmerz, Probleme beim Wasserlösen) eine Hormontherapie begonnen.
Durch eine Spritze alle 3 Monate werden Signalstoffe im Körper blockiert und so die Produktion des männlichen Hormons Testosteron sehr stark gedrosselt. Da die meisten Prostatatumore Hormone zum Wachsen benötigen, kann das Tumorwachstum so für Monate bis Jahre gestoppt werden. Dieser nötige Eingriff auf die Hormonachse führt aber auch zu einer Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen.
Während viele Patienten die Nebenwirkungen wie Schweissausbrüche, Abnahme der Muskelkraft und vermehrte Müdigkeit sofort bemerken, sind auch Nebenwirkungen welche schleichend entstehen bekannt.
Da Hormone den Knochenumbau steuern, kommt es durch die Senkung des Testosterons zu einem Verlust der Knochenstärke welche v.a. bei Patienten mit Risikofaktoren zu einer Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) führt. Knochenbrüche beim Prostatatumor zwingen oft zu einer langen Bettlägerigkeit und führen zu einem starken Verlust der Lebensqualität.
Glücklicherweise können wir dieser Schwächung der Knochenstruktur durch verschiedene Medikamente gegensteuern. Anfänglich genügt es alle 6 Monate eine Spritze zu verabreichen. Je nach Krankheitsverlauf wird die Wirkung aber verstärkt, indem später jeden Monate eine Dosis appliziert wird. Dabei ist es wichtig, dass der Patient gleichzeitig für eine gute Kalziumzufuhr sorgt, um den Knochenaufbau zu erlauben.

Knochengesundheit während der Hormontherapie ist wichtig und sollte immer mit dem Patienten besprochen werden.

 
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Das “Neglischee” für Trailrunner

Published on April 10, 2015 by in Gadget, Trail-Run

Salomon

Das neue Gewichtswunder von Salomon ist wirklich nur noch ein “Hauch von Nichts”. Durch Verwendung von modernsten Materialien, Verzicht auf Reissverschlüsse und unnötige Verstärkung ist ein 3 Liter Wettkampf-Trailrucksack entstanden welcher mit den beiden leeren 500 ml Flachen gerade mal 120 g auf die Waage bringt. Der  S-LAB Sense Ultra wurde bereits von den Pro-Athleten letztes Jahr erfolgreich an mehreren Trail-Events erprobt und ist dieses Jahr in den Läden.

Das elastische Material erlaubt ein sehr guter Sitz und schränkt die Armbewegung beim Rennen nicht ein. In den seitlichen Taschen, welche gut zugänglich sind, lassen sich Gele/Riegel oder Buff/Handschuhe verstauen. Die beiden Rückentaschen aus elastischen Stoff erlauben problemlos eine Regenjacke und Apotheke mitzutragen. Ein Befestigungssystem für Carbon-Stöcke ist nicht vorhanden.

Zum Trinken muss nur die Flasche (Soft-Flask) etwas zum Mund angehoben und leicht gedrückt werden. Einzig das Auffüllen mit Wasser ist umständlich; Flasche raus, Deckel weg, Wasser auffüllen, Mundstück fest zuschrauben, hineinblasen um die Falsche prall zumachen. Nun kann die Soft-Flask wieder in die Halterung geschoben werden.

 
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Training für “Eroica 2015”

Published on April 10, 2015 by in Rennrad

Eroica16Trotz dem höchst kompliziertem Auslosungsverfahren haben wir es geschafft auch dieses Jahr einen Startplatz für das historische Radrenenn in der Toscana erhalten. Mit viel Vorfreude beginnt deshalb mit meinen Kollegen das Training auf den historischen Rennrädern um die 75 km auf den Staubstrassen zu schaffen.

Die historischen Radrennen scheinen den Puls der Zeit genau zu treffen. Das Interesse ist so gewaltig, dass die Eroica nun bereits an fünf Orten auf drei Kontinente ausgetragen wird. In der heutigen hektischen, immer-erreichbaren digitalen Zeit gilt es bereits wieder als Privileg auf einem Stahlesel durch die Landschaft zu fahren. Auch tut es einfach gut, nach einem Radwechsel mal wieder dreckige Hände haben dürfen.

Wer die körperliche aber auch technische Herausforderung annimmt mit einem historischen Rad über die Strade Bianci zu fahren, versteht wieso die Radfahrer der 50er noch HELDEN genannt wurden. Mein Respekt für Koblet/Kübler ist jedenfalls sehr gewachsen.

Colle-Reifen sind geklebt – Aluflasche gefüllt: Das Training für die Eroica 2015 hat begonnen.

 
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Minimale Therapie des Protatakarzinoms

Published on March 20, 2015 by in Urologie

bild_span12Aktuelle Studien zeigen klar, dass für viele Patienten mit einem Prostatatumor die radikale Therapie (Operation oder Radiotherapie) eine Übertherapie darstellt. Nur Pateinten mit grossen, aggressiven Prostatatumoren zeigen ein längeres Überleben nach der Operation, was dann die schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz rechtfertigen.

Wir lernen Zunehmens, dass eine individualisierte Therapie für jeden Patienten gesucht werden muss. Dies ist jedoch nur nach genauer Abklärung mittels MRI und 3D Fusions-Biopsie möglich. Die Strategie muss also heissen „Maximale Abklärung und minimale Therapie“. Nur so können trotz Tumorerkrankung die Nebenwirkungen minimiert und die Lebensqualität hoch gehalten werden. Eine regenmässige Nachsorge ist auch bei erfolgreicher Therapie weiterhin nötig, um in den wenigen Fällen mit neuen Tumoren frühzeitig zu reagieren zu können.

Unsere Aktivitäten scheinen den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Mehrere Medien haben über die Fokale Therapie mittels HIFU (High Intensity Focused Ultrasound) berichtet.

Spiegel Online

Puls (Schweizer Gesundheitssendung)

TeleTOP  (Reginal TV Ostschweiz)

Internationale Seite mit Information zu unseren Aktivitäten

Diagnose Prostatakrebs: Mit Schall statt Skalpell

Bericht: Fokal statt Total

Weitere Informationen zur HIFU und Nano-Knife Therapie finden Sie auf der Webpage der Urologie des Universitätsspitales Zürich.

 
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